05.15

Hartmut Mehdorn
Es ist ja schon länger bekannt und doch, seit nunmehr fast 10 Jahren hatte Hartmut Mehdorn die Funktion des Bahnvorstandes inne. Doch wer war dieser Mehdorn eigentlich?
Fast ganze 10 Jahre leitete Mehdorn die Bahn. Wenn man von ihm hörte, dann in typischer Medienmanier die scheinbar schlechten Taten, doch wir wollen nach seinem gestrigen Abschied auch mal schauen was er so gutes vollführt hat. Nebenbei ist der Mann für mich so eine Art Wegbegleiter, seit seinem Amtsantritt nutze ich regelmäßig die Bahn als Pendler, sei es damals noch zur Schule oder der heutigen Arbeit. Und irgendwann in der Zeit begann ich zu hinterfragen wer die Bahn eigentlich steuert und vorallem was für mich als Kunden getan wird, denn schon früh war mir klar, medial lebt’s sich nur depressiv, der Optimismus wird entweder totgeschwiegen oder totgehyped (kurzum, übermäßig positiv bewertet um dann kurze Zeit später vergessen zu werden).
Vor nicht ganz 20 Jahren kränkelte die Bahn vorallem im Osten, sie musste verschiedene Problematiken der überalterten Schienenführung, Bahnhöfe und den Zügen aus der DDR-Zeit im Osten ansich lösen. Dies führte zu eine Art Verschuldung, die keine zumindest für’s Unternehmen war, denn wie wir wissen ist die Bahn ein staatliches Unternehmen (und wie wir auch wissen wird dies nicht mehr lange so bleiben, dazu aber später mehr). Im Grunde haben sich hier unendlich viele Schulden für den Staat angehäuft, da der gesamte Osten einmal durchsaniert werden musste und immer noch wird. Um auch mal hier anzusagen, eine Schiene hat eine Lebensdauer von guten 20 Jahren und meist stammten diese aus den 70er Jahren als das Schienennetz der DDR ausgebaut wurde. Gut so schlecht war das eigentlich nicht, denn immerhin war man darauf aus das Netz in alle Ecken des Landes zu erweitern und den Materialtransport auf der Schiene zu fördern. es kam dann was kommen musste, nach der Wende musste irgendwer die Kosten tragen und nicht nur das, ein Großteil des Netzes konnte seine Kosten einfach nicht einfahren. Der Staat wollte dies einfach nicht mehr hinnehmen und forderte ein wirtschaftlicheres Bahnnetzwerk. So begann unter Heinz Dürr die große Kürzung an Gleisstrecken und auch Mitarbeitern. Auch die Logistikabnahme beim Güterverkehr führte zu Stilllegungen und Verkleinerungen von entspechend genutzten Gebäuden und Schienen. Über kurz oder lang ein undankbarer Job, der aber nötig war. Im Übrigen stammt die Umwandlung die Bahn zu einer Aktiengesellschaft zu machen nicht von Mehdorn, sondern von eben jenen Heinz Dürr. Nur gehören die Aktien der Bundesregierung und sind auch nicht verkäuflich (noch nicht). Dürr verließ die Bahn durch Differenzen mit der Bundesregierung und schliesslich auch Johannes Ludewig, der die große Problematik der Pünktlichkeit als Nachfolger lösen wollte, hielt nicht lange durch. Zumal unter der Regierung Schröders sich nach dem Wechsel der deutschen Führungsspitze auch ein grundlegender Wechsel bei der Bahnführung abzeichnete, denn vorgeschlagen wird der Bahnvorstand immernoch von der Regierung. So kam Mehdorn dann 1999 zum Zug und als die große Hoffnung endlich die ständige Verschuldung der Bahn langsam in den Griff zu bekommen und er bekam sie im Griff.
Mit dem 1. Mai 2009 übernimmt Rüdiger Grube diese Aufgabe.