2009
05.15
Hartmut Mehdorn

Hartmut Mehdorn

Es ist ja schon länger bekannt und doch, seit nunmehr fast 10 Jahren hatte Hartmut Mehdorn die Funktion des Bahnvorstandes inne. Doch wer war dieser Mehdorn eigentlich?

Fast ganze 10 Jahre leitete Mehdorn die Bahn. Wenn man von ihm hörte, dann in typischer Medienmanier die scheinbar schlechten Taten, doch wir wollen nach seinem gestrigen Abschied auch mal schauen was er so gutes vollführt hat. Nebenbei ist der Mann für mich so eine Art Wegbegleiter, seit seinem Amtsantritt nutze ich regelmäßig die Bahn als Pendler, sei es damals noch zur Schule oder der heutigen Arbeit. Und irgendwann in der Zeit begann ich zu hinterfragen wer die Bahn eigentlich steuert und vorallem was für mich als Kunden getan wird, denn schon früh war mir klar, medial lebt’s sich nur depressiv, der Optimismus wird entweder totgeschwiegen oder totgehyped (kurzum, übermäßig positiv bewertet um dann kurze Zeit später vergessen zu werden).

Vor nicht ganz 20 Jahren kränkelte die Bahn vorallem im Osten, sie musste verschiedene Problematiken der überalterten Schienenführung, Bahnhöfe und den Zügen aus der DDR-Zeit im Osten ansich lösen. Dies führte zu eine Art Verschuldung, die keine zumindest für’s Unternehmen war, denn wie wir wissen ist die Bahn ein staatliches Unternehmen (und wie wir auch wissen wird dies nicht mehr lange so bleiben, dazu aber später mehr). Im Grunde haben sich hier unendlich viele Schulden für den Staat angehäuft, da der gesamte Osten einmal durchsaniert werden musste und immer noch wird. Um auch mal hier anzusagen, eine Schiene hat eine Lebensdauer von guten 20 Jahren und meist stammten diese aus den 70er Jahren als das Schienennetz der DDR ausgebaut wurde. Gut so schlecht war das eigentlich nicht, denn immerhin war man darauf aus das Netz in alle Ecken des Landes zu erweitern und den Materialtransport auf der Schiene zu fördern. es kam dann was kommen musste, nach der Wende musste irgendwer die Kosten tragen und nicht nur das, ein Großteil des Netzes konnte seine Kosten einfach nicht einfahren. Der Staat wollte dies einfach nicht mehr hinnehmen und forderte ein wirtschaftlicheres Bahnnetzwerk. So begann unter Heinz Dürr die große Kürzung an Gleisstrecken und auch Mitarbeitern. Auch die Logistikabnahme beim Güterverkehr führte zu Stilllegungen und Verkleinerungen von entspechend genutzten Gebäuden und Schienen. Über kurz oder lang ein undankbarer Job, der aber nötig war. Im Übrigen stammt die Umwandlung die Bahn zu einer Aktiengesellschaft zu machen nicht von Mehdorn, sondern von eben jenen Heinz Dürr. Nur gehören die Aktien der Bundesregierung und sind auch nicht verkäuflich (noch nicht). Dürr verließ die Bahn durch Differenzen mit der Bundesregierung und schliesslich auch Johannes Ludewig, der die große Problematik der Pünktlichkeit als Nachfolger lösen wollte, hielt nicht lange durch. Zumal unter der Regierung Schröders sich nach dem Wechsel der deutschen Führungsspitze auch ein grundlegender Wechsel bei der Bahnführung abzeichnete, denn vorgeschlagen wird der Bahnvorstand immernoch von der Regierung. So kam Mehdorn dann 1999 zum Zug und als die große Hoffnung endlich die ständige Verschuldung der Bahn langsam in den Griff zu bekommen und er bekam sie im Griff.

Mit dem 1. Mai 2009 übernimmt Rüdiger Grube diese Aufgabe.

2009
05.13

Es ist schon interessant auf welche Art und Weise Firmen versuchen auf sich aufmerksam zu machen und auch wenn die Theorie von der negativen Publicity irgendwo immer wieder greift so ist doch der hier vorliegende Fall wahrscheinlich einer der wenigen Fallbeispiele wie wohl solch eine Art von “Werbung” am Ende eher das Gegenteil bewirken wird und sogar die Konkurrenz der ganz große Gewinner sein wird. Die Rede ist hierbei vom Markenrechtsstreit welchen Psion vor einigen Monaten angezettelt hat um ihre rechtlich geschützte Marke “Netbook” zu verteidigen. Problem hierbei ist der Fakt, dass zum Zeitpunkt der Begriff als solches nicht nur in der Bloggerlandschaft so festgesetzt ist, nein auch Unternehmen preisen ihre “Netbooks” unter diesen Namen an.

Okay, wir sind mal ganz freundlich und gestehen Psion ein, dass solch ein Verteidigen der eigenen Marke absolut gerechtfertigt ist und entsprechende Hinweise an diverse Blogs irgendwo korrekte Beanstandungen in der bis dato verwendeten Begriffsgeläufigkeit darstellen, sehr zum Negativpunkt der Blogger-Szene und einen entsprechenden Teil an Kunden, doch wie Psion vorgeht ist beinahe so dilettantisch das man hier so einiges anzweifeln kann und muss. Der Begriff “Netbook” hat sich seit Ende 2007 rasend auf der Welt als Allgemeingut verbreitet und mit 2008 seinen absoluten Höhepunkt getroffen. Psion hätte allerspätestens Anfang 2008 eingreifen müssen, um ein wenig glaubwürdig in ihren Handeln zu erscheinen, stattdessen wird das Wort zum Jahresende ergriffen und groß mit dem bösen Stab der Rechtsstreitigkeit gesprochen. Es wird sich auch nicht mit den Kern allen Übels auseinandergesetzt, denn nicht die Blogger-Szene hat den Begriff “erfunden”, sondern die Großfirmen á la Intel. Es wird direkt auf den “kleinen Mann” eingeprügelt und für Aussenstehende ergibt sich ein inzwischen klares bild von Psion:

Psion hat mit ihren offensichtlich absichtlich verspäteten Eingreifen und dem direkten Einprügelns auf die Blogger gezielt versucht Geld vom schwächeren Glied zu erhaschen, statt sich auf die Großkonzerne einzulassen die wahrscheinlich Psion am Ende mit ihren überbezahlten Anwalts-Trupp an die Wand nageln würden. Auch wenn dies bisher nur Drohungen waren, doch die Blogger kuschten und selbst Google sah sich dazu veranlasst Vorsichtsmassnahmen zu ergreifen und löschte das Wort “Netbook” aus deren GoogleAds-Programm, zum Leidwesen vieler Blogger.

Inzwischen hat sich, wie die PC Pro berichtet, Dell öffentlich gegen Psions Fehlgeburt gestellt und auch Intel schloss sich dem an (Quelle: Markenmagazin.de). Die Luft für Psion wird immer dünner und den Weg zurück hat man sich inzwischen selbst versperrt. Wenn sich etwas bewegt werden wir berichten.