Schlag den Raab vom 19.12.2009
Alles Wichtige liegt dieses Jahr hinter mir, endlich ein wenig entspannen und was kommt da besseres für mich im Fernsehen als meine Lieblingsunterhaltungsshow „Schlag den Raab“. Einen leichten Termin hat man sich nicht mit dem Supertalent-Finale bei der Konkurrenz ausgesucht aber mit Robbie Williams heute als eines der Music-Acts, den von Pro7 eingekauften Star exklusiv auf der Bühne, dass dürfte sicherlich ein paar Quotenpunkte bringen.
Nachtrag: 2,50 Millionen 14- bis 49-jährige Zuschauer und den in der Zielgruppe von 21,3 Prozent guten Marktanteil. (Quelle: dwdl.de)
Steigen wir ein und verschaffen uns einen Überblick über die 5 Kandidaten, die uns der Sender für die 21. Schlag den Raab Ausgabe zur Auswahl stellt. Jan Gless (37) ein Berliner Koch der sich vom Gewinn sein eigenes Restaurant inklusive Meistertitel beschaffen würde. So durchschnittlich nachvollziehbar der Wunsch, so durchschnittlich die Person. Macht mir keinen geistig besten Zustand für eine Show wie diese und körperlich sieht’s äußerst mau aus. Zumindest beim Grips dürfte Kandidat Nummer Zwei punkten können. Der bisher älteste Kandidat Arno Nunn (48) ist der Bürgermeister von Oberammergau, leider kommt da sportlich auch nicht allzu viel rüber. Mit Jason Jones (29), einem Polizeibeamten aus Leimen bekommen wir den diesmal sportlichsten Teilnehmer gestellt. Den Mann mit doppelter Staatsbürgerschaft (Deutschland und USA) treibts neben der Arbeit in den Käfig, wo er sich gerne mit anderen Jungs kloppt. Er war mein persönlicher Tipp aber die Zuschauer sind einfach unberechenbar oder besser gesagt unbelehrbar, denn der nächste Kandidat, besser gesagt Kandidatin, ist eine Studentin aus Starnberg mit Namen Amelie Mooseder (24) und bringt sportlich mit BMX-Fahren jetzt nicht allzu viel Kraft mit. Die letzte Auswahl heißt Boris Koller (42) ist Produktmanager in München und eigentlich schon bestens finanziell ausgestattet. Gibt der Mann sogar noch gleich zu seinen Lebenstraum damit bereits erfüllt zu haben, ist dies der direkte Todesschuss, denn wozu braucht der dann noch das Geld? Egal, hier die Kandidaten nochmal in der Übersicht:

v.l.n.r.: Jan, Arno, Jason, Amelie und Boris
Amelie wird vor Jason zum Sieger gekürt und darf gegen Raab ran. Und los geht’s mit Spiel 1: Schlüsselbund. Dazu müssen 5 Schlüssel auf einen Ring (diesen typischen Schlüsselring) gezogen werden. Ein typischen Fast n’ Go- Spiel welches Stefan spielend mit 4 Schlüsseln Vorsprung gewinnt. In Spiel 2: Bücher dürfen Bücher-Cover erraten werden, ein Wissensspiel, nachdem die Fingernägel schon leiden mussten. Und sie wissen nichts bzw. ganz selten mal ein Cover. Hier drohte zwischenzeitlich doch einfach mal der Redaktion die Buchcover auszugehen, eine gute halbe Stunde ging für Spiel 2 drauf. 2 von 28 Büchern bleiben am Ende über. Ganze 13 Bücher wurden nicht von den Kandidaten erraten. Trauriger Negativrekord aus dem Amelie als Siegerin, wenn auch knapp, hervorgeht. Da muss der Sender einfach mal eine Werbepause einlegen, so ist es bereits 21:27 Uhr und wir haben gerade mal 2 Spiele hinter uns! Nach der Werbung gilt es den ersten Music-Act Xavier Naidoo zu ertragen, bevor es mit Spiel 3: Handball weitergeht. 3 Minuten Handball mit Frauenhandbällen. Das erste echte Sportspiel und es zeigt, dass Amelie konditionell schon nach der ersten Minute nicht mehr mitkam. Kräftetechnisch war auch der Wurfarm von Amelie geradezu erbärmlich, da fing der Stefan schon mal die Bälle mit der Hand, die totale Erniedrigung im Handball. 11:0 am Ende für Stefan Raab. Sollte das so weitergehen, gewinnt der Raab das hier locker, die ersten Verwunderungen dringen inzwischen bei mir im Twitter durch, wie die Zuschauer nur diese Frau wählen konnten. Spielstand: 4:2 für Raab.
Weiter geht’s mit Spiel 4: Kugel-Labyrinth. Eine Kugel durch ein Labyrinth mit der Hand manövrieren. Kennt wer das Spiel? Wer die Kugel am schnellsten durchbringt, gewinnt das Spiel. Stefan beginnt und schafft es beim ersten Versuch nicht und muss von vorne anfangen. Beim zweiten Versuch zerstört er beinahe das Spielfeld und kurz vor Ziel scheitert er auch im dritten Versuch, obwohl es schon unlängst unmöglich war das Loch zu verfehlen. 2:54,89 Minuten ist die Endzeit nach dem 4. Versuch hat er es dann immerhin durch geschafft. Amelie macht’s dann einfach Mal im ersten Versuch in 35,68 Sekunden. Sie kann also auch den Stefan in Grund und Boden spielen, macht aber trotzdem irgendwie keine echte Hoffnung auf Besserung. Dazwischen gibt’s den zweiten Music-Act und das Publikum rastet aus, sprich es muss Robbie Williams sein. Mit „You know me“. Kuschel-Pop erster Güte, da geh ich doch mal in der Zwischenzeit mir neues Essbares aufsuchen. Und natürlich darf die Amelie dem Robbie die Hand schütteln, damit sollte sich ihr Abend eigentlich gelohnt haben, kann sie jetzt eigentlich wieder gehen. Das war also der Plan hinter dem Plan, sie wollte gar nicht gegen Raab spielen, sondern nur dem Robbie die Hand schütteln, alles klar. Nach dieser Gesangsstimme geht’s weiter mit Stimmen in Spiel 5: Stimmen erkennen. Eine bekannte Person liest ein Weihnachtsgedicht vor, die Kandidaten hören dabei nur die Stimme der person und müssen erraten um wem es sich dabei handelt. Ich habe mal mitgeschrieben und in der folgenden Auflistung könnt ihr sehen wer wen erraten hat oder besser gesagt, ob überhaupt wer erraten wurde.
Zu erratene Person: Erraten von Kandidat (Zusatz-Vermerk)
Peter Klöppel: Niemand
Ralf Möller: Niemand
Carmin Nebel: Niemand (Stefan sagt Eva Hermann und gib einen Punkt an Amelie ab)
Marcel Reif: niemand
Desirée Nick: Stefan Raab
Jürgen Trittin: Niemand
Jürgen von der Lippe: Niemand
Nicole (Sängerin): Niemand
Wolf Dieter Poschmann: Stefan Raab
Peter Maffay: Stefan Raab
Vera Int-Veen: Niemand (Amelie errät nur den Vornamen, reicht aber nicht – Punkt an Stefan)
Markus Lanz: Stefan Raab
Sonja Zietlow: Stefan Raab
Andi Borg: Niemand
Till Schweiger: Niemand
Kai Pflaume: Stefan Raab (Der siebte und entscheidene Punkt. 9 zu 6 Punkte für Stefan.)
Spiel 6: Wasser. Klingt erst mal richtig aussagekräftig. Nun denn, jeder hat 10 Gefäße mit Wasser von 0,1 bis 1 Liter gefüllt. Abwechselnd wird ein Glas nach Wahl des Spielers aus seinen Gefäßen in ein gemeinsames Gefäß gekippt. Wer als erstes das Sammelgefäß zum Überlaufen bringt, verliert. Hier wird der untere Teil abgedeckt, so dass es schwerer zu erraten ist, wie viel Liter das Gemeinschaftsgefäß fassen kann.
Stefan beginnt mit dem großen 1 Liter Gefäß, ebenso Amelie. Beide kippen direkt ihre 0,9 Liter hinterher und noch ist über der Abdeckung kein Wasser zu sehen. Stefan daher weiter mit 0,8 Liter, was endlich das Wasser über die Abdeckung treten lässt und so für die Spieler die Rechnerei beginnt. 0,6 Liter von Amelie, jetzt wird vorsichtig gerechnet und ca. die Hälfte des sichtbaren Bereiches ist mit Wasser gefüllt, da geht aber noch weitaus mehr. 0,6 Liter von Stefan und das passt auch aber nicht mehr viel, was Amelie mit 0,2 Litern beantwortet. Eindeutig zu vorsichtig, da passt immernoch mehr. Bei 0,3 Liter von Stefan ist man fast an die Gefäßkante angelangt, doch da passen die 0,1 Liter von Amelie und das reicht mit Oberflächenspannung aber hauchdünn. 0,1 Liter von Stefan logischerweise auch wenn wir wissen, dass es überläuft und das macht es dann auch Amelie gewinnt im Wechselbad der Punktevergabe und führt damit 12:9. Raus geht’s an die frische Luft mit Spiel 7: Eierlaufen Muss ich dazu noch was sagen? Ja muss ich, denn es findet draußen bei minus 11 Grad auf 10 Meter Höhe statt. Was für ein Spaß. Auf die Leiter hochklettern, zur ersten Plattform balancieren und dann das Ei auf den Löffel zum Eierbecher balancieren, sowohl auf der Stange als auch auf dem Löffel. Wer runterfällt, muss wieder raufklettern. Wenn das Ei oder der Löffel fällt, dann halb so schlimm, davon gibt‘s oben genug. Raab fällt gleich mal und Amelie ist auf der Hälfte und lässt sich ein wenig Zeit aber fällt kurz vor Erreichen der ersten Plattform. Raab erreicht am schnellsten die erste Plattform und nimmt sich das Ei, läuft los zur zweiten Plattform, welche ganz direkt erreicht wird und somit Raab gewinnt.
Erstmal wieder Werbepause und ich schalte durch und stelle fest, dass sämtliche Sender der Pro7Sat1 Media AG in der Werbepause stecken. Wegen solch schlechter Koordination der Sender untereinander darf man sich einfach nicht wundern, wenn an solchen Punkten die Leute einfach zwangsläufig zur Konkurrenz wechseln und womöglich da bleiben. Wie auch immer, zurück zum Winterwetter von Schlag den Raab und dem nächsten Spiel. Spiel 8: Auto wenden lässt die Spieler ein kleines Auto auf Podest fahren und dort wenden, welches ebenso entsprechend klein angelegt ist, soll immerhin interessant werden. Dem Klischee nach ein leichtes Spiel für Stefan, ist der Gegner doch eine Frau. Amelie stellt sich aber gar nicht so schlecht an und ist zur Hälfte schon rum, sie ist kurz davor das Podest siegreich zu verlassen und bevor sie überhaupt runterfahren kann, da fällt doch glatt mal eine Begrenzungskugel beim Stefan runter und verliert. Witzigerweise hatte sich Amelie unbemerkt mit dem rechten Vorderrad verkeilt und wäre sowieso nicht mehr heil runter gekommen. da hätte Stefan einfach nur warten brauchen aber so geht’s dann manchmal und eine Frau stellt sich gegen jeder Klischee-Logik und verbucht den Sieg. Wäre auch komisch, wenn man bedenkt, dass bisher immer abwechselnd die Spiele gewonnen wurden. So kommt es, dass wir, nach dem vorletzten Music-Act Some & Any (die Popstars-Gewinner, wenn das jemand überhaupt noch kennt) zu Spiel 9: Blamieren oder Kassieren kommen. Das Spiel von und mit Elton welches in der Vergangenheit zumeist vom Stefan dominiert wurde. Ein Pult-Spiel, zum Glück dürfte das nicht so zerrend werden, wie die beiden Pultspiele zuvor, welche zeitliche Grenzen gesprengt haben und nicht nur vom Zuschauer bei dieser Ausgabe gehasst werden dürften. Und so souverän wie angekündigt macht er den Sack zu. Hätte trotzdem schneller gehen müssen, da wurden Fragen nicht gewusst, die hätten gewusst werden müssen. Seis drum, da will man sich nicht dran aufhalten.
Beim Spiel 10: Tischtennis kann man sich die Frage stellen: Gewinnt jetzt Amelie? Theoretisch müsste sie, praktisch verrollt sie die Augen und ist nicht wirklich begeistert. Opdenhövel muntert sie auf, denn es sei auch nicht Stefans Spiel aber wenn man danach geht, dann müsste der Spielstand an diesen Abend ganz anders lauten. 2 Spielsätze á 11 Punkte zum Sieg oder auch Best-Of-Three genannt. Stefan dominiert den ersten Satz und gewinnt eben jenen, Satz Zwei wird auch nicht wirklich besser für die Frau. Kurz und knapp, das geht jetzt wirklich flott hier, bricht Stefan das Wechselspiel bei der Punktevergabe und stellt die ersten mentale Weiche in Richtung Gesamtsieg. Punktetechnisch führt er ebenso mit 35 zu 20. Mit Spiel 11: Der Zaun waren Maschendrahtzaun-Witze vorprogrammiert (die kamen dann wirklich, wie berechenbar öde). Objekte hinterm Zaun müssen mit den Fingern durch den Zaun nach oben gehoben werden, um dann von oben weg über den Zaun zu heben. Wer dies am schnellsten vollführt gewinnt. Kleine Finger haben hier einen winzigen Vorteil. Der Zaun ist unglaublich engmaschig und hält auch knapp Platz für einen Finger parat. Raab bringt den ersten Gegenstand nicht richtig über dne Zaun und muss von vorne beginnen, egal, denn er ist so unglaublich schnell, dass Amelie trotz des Fehlers schnell zurück fällt. Amelie lässt sich aber nicht unter kriegen und entwickelt eine Technik die sie nicht nur aufholen lässt, sondern sogar den Stefan überholt. Auf der Spielhälfte führt dann einfach mal Amelie, was Raab nervös notiert und hektischer wird. Amelie verzweifelt aber selber beim letzten Gegenstand nur knapp an seiner Flauschigkeit, der böse Ball will sich nicht greifen lassen und so sind beide Spieler (Raab mit einem 2 Kilo Kegel) mit nur einem Gegenstand im Herzschlagfinale des 11. Spieles. amelie rutscht kurz vor Ziel mit dem Ball ab und muss von unten neu ansetzen, ärgerlich. Der Schaumstoffball kostet am Ende Amelie den Sieg und so gewinnt Raab das dritte Spiel in Folge. War es das für Amelie? Rechnerisch ist alles noch möglich aber mental macht sich ein Blauwal auf Amelies Nerven breit. Stefan braucht mindestens 61 Punkte zum Sieg, heißt er kann nicht mit dem nächsten Spiel bereits das Ding fest machen, denn das sind insgesamt nur 58 Punkte. Er könnte natürlich auch einfach an der Stelle warten und dann Spiel 15 für sich entscheiden oder gar Spiel 14 gewinnen und ihr die 15 überlassen, so ist rein rechnerisch auch ein Gleichstand möglich. Genug spekuliert, erstmal gibt’s den letzten Music-Act des Abends kurz nach Mitternacht: Gossip. Bei Spiel 12: Wer lügt? wird Opdenhövel Sachen behaupten und Personen laufen durch das Bild, wenn eine “lügt”, dann darf auf den Buzzer gehauen werden. machen wir es kurz, der Stefan gewinnt auch das vierte Spiel in Folge souverän. Das macht dann direkt meine Gleichstands-Rechnerei von vorhin zunichte. Mist, es hätte noch ein denkwürdiger Abend werden können aber so wird auch die dritte Frau wohl vom Stefan gnadenlos auseinandergenommen. Los geht es mit den Matchbällen.
Spiel 13: Tretauto. Na wenn das mal nach den verkorksten Auto wenden nicht gerade zu nach einer Revanche für Stefan schreit, den Lauf hat er ja gerade. Gewinnt er, geht es am 16.01. um 1,5 Millionen Euro. Beim Tretauto wird im Best-Of-Seven Modus immer eine Runde pro Fahrer absolviert und geschaut wer diese schneller absolviert hat, der bekommt den Punkt. 4 Punkte werden für den Sieg benötigt. Wir wissen ja von den ersten Sportspielen, dass sie keine Kraft in den Armen hat und so wie sie fährt auch keine in den Beinen. Das ist natürlich schon schwach, da ist ihre optisch demotiviertes Gesicht ein Spiegelbild dessen was sie in den letzten Spielen von sich gegeben hat. Und wie sollte es anders sein, viermal hintereinander ohne Hauch einer Chance gewinnt Raab auch das Matchball-Spiel und so gibt’s 1,5 Millionen beim nächsten Mal. 71:20 Endstand für Raab.
Fazit: Am Ende muss man einfach wieder fragen, warum die Zuschauer für diese Frau überhaupt angerufen haben? Geistiger Durchschnitt und kräftemässig extrem schwach ausgestattet, da kann man doch keine Chancen gegen Raab haben. Ich persönlich versteh die Zuschauer nicht, die für solche Kandidaten anrufen. eine streckenweise schwache Show, die andere Strecke war pure Dominanz eines Raab. Nach Esther (30, Unternehmerin) vom 23. Semptember 2006, der ersten Show, und Sonja (33, Polizeibeamtin) scheitert die nun schon dritte Frau in Folge. In diesem Falle wäre ein Sieg aber auch wirklich nicht verdient gewesen. Dass die Shows mit den Frauen zu den kürzesten Sendungen in der Geschichte von Schlag den Raab gehören, sei abschliessend auch noch untergebracht.
Bis zum nächsten Mal.
*sämtliche Bilder in diesem Artikel unterliegen dem Copyright von ProSieben

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